Warum nicht auf dem Land leben?
Es hat manchen Vorteil, auf dem Land zu leben: Die Luft ist besser und die Natur näher. Jeder kennt jeden. Häufig wohnen mehrere Generationen unter einem Dach. Wenn man Glück hat, liegen Wohnung und Arbeitsstelle nahe zusammen. 
Früher war das Leben in der Stadt und auf dem Land kaum vergleichbar. Heute haben sich die Unterschiede verringert, aber sie sind immer noch sichtbar. Von vielen wird das Leben in Dörfern und kleinen Orten positiv bewertet V wenigen Jahrzehnten wurde es noch als großer Nachteil angesehen. Leuten aus ländlichen Gebieten fehlte es –so meinte man - an Lebensart und Urbanität „Bäurisch“ oder „kleinstädtisch“ waren immer negative Qualitäten. Aber das Verhältnis zum Land als Wohn- und Arbeitsort hat sich grundlegend geändert Diese gewandelte Einschätzung darf nicht übersehen werden. Ein Fünftel der Bevölkerung der Bundesrepublik lebt heute in Gemeinden unter 2000 Einwohnern. Das heißt keineswegs, dass sie alle in der Landwirtschaft tätig sind. Diese beschäftigt nur noch sieben von 100 Erwerbstätigen. Wie in anderen europäischen Ländern gibt es auch in der Bundesrepublik Gruppen von jungen Leuten, die einen alten Bauernhof oder eine leerstehende Scheune mieten, um von einer handwerklichen Tätigkeit oder der Produktion besonderer landwirtschaftlicher Güter zu leben. Es sind alternative Lebensversuche. Zahlenmäßig spielen sie keine große Rolle, aber auch sie zeugen von einer veränderten Einstellung zum Dorf.
Und die Nachteile des Landlebens? Man verdient weniger Geld, vor allem in abgelegenen Versorgungsbereichen, dazu gehören z. B. Kindergarten und Schule, Geschäfte, Kinos und Restaurants, ist man benachteiligt. Die Versorgungsleistungen, also ärztliche Behandlung, Krankenhäuser und Altersheime, sind schlechter als in der Stadt, Die Berufs- und Einkommenschancen sind wesentlich geringer. Viele Berufsgruppen können auf dem Land keine angemessene Arbeit finden. Man Ist i5olierter, weil die Verkehrsverhältnisse schlechter sind. Das kulturelle Gebieten In den öffentlichen und privaten- Angebot ist eindeutig geringer. Auf Theater, Konzerte, Museen und Bibliotheken muss man weitgehend verzichten. Wer das nicht kann, ist für das Landleben nicht geboren. Er würde sich zu Tode langweilen. 
Zum Verständnis
1. Wer wohnt oft zusammen?
2. Wie sahen viele Leute das Leben auf dem Dorf und in kleinen Orten an?
3. Was fehlte den Leuten vom Land nach Meinung der Städter?
4. Wie viele Leute arbeiten heute in der Landwirtschaft?
5. Wovon leben die Gruppen von jungen Leuten auf dem Land?
6. Wo verdient man weniger Geld?
7. Wie sind die Verkehrsverhältnisse auf dem Land, und welche Folgen hat das?
8. Worauf muss man auf dem Land verzichten?




